Vom «Hôtel des Bains de Bretiège» über die «Rettungsanstalt für Mädchen» zur Stiftung Brüttelenbad: Die historischen Mauern des Brüttelenbads könnten tausendundeine spannende Geschichte aus mehr als zwei Jahrhunderten erzählen … Lesen Sie hier ein paar interessante Episoden.

Der beste Gasthof im Berner Seenland


 

Blütezeit und leichtes Leben.
Schon im 18. Jahrhundert wurde die Liegenschaft oberhalb des Dorfes als «Badhaus zu Brüttelen» genutzt. Zwischen 1825 und 1870 erlebte das «Hôtel des Bains de Bretiège» seine Glanzzeit: Gäste aus den sogenannten höheren Ständen wussten die gesunde Luft, die gediegene Anlage und den besten Gasthof zwischen Biel und Neuenburg zu schätzen.

Hartes Brot in der Anstalt.
1877 ging das prächtige Etablissement Konkurs. 1886 richtete sich in den Gebäuden die «Anstalt für Epileptische Bethesda» ein, die kurz darauf nach Tschugg weiterzog.
Zwischen 1895 und 1973 wurde die Liegenschaft vom neuen Eigentümer, dem Kanton Bern, als «Rettungsanstalt für Mädchen», später als Kantonales Mädchenerziehungsheim «Aebiheim» genutzt.

Staatliche Erziehungs-Anstalt Brüttelen-Bad

 

Aufleben in sozialen Institutionen.
Ab 1974 bewohnten suchtkranke Menschen fünf Jahre lang die nunmehr «Rehabilitationsstätte für Drogenkranke Aebihuus» genannte Liegenschaft.
1982 gründeten Fachleute aus dem Behindertenbereich die Stiftung Brüttelenbad, um in der leerstehenden Liegenschaft einen Lebensraum für Menschen mit einer geistigen Behinderung einzurichten. Als Stifterin bot sich die «Kantonalbernische Elternvereinigung zur Förderung geistig Behinderter» (heute Insieme) an. Nach langwierigen Vorarbeiten unter Mitwirkung der Invalidenversicherung und des Kantons Bern konnte die Institution am 8. Mai 1989 den Betrieb aufnehmen.

Meilensteine aus der jüngeren Geschichte.
Im Verlauf der 1990er-Jahre hat sich die Anzahl Bewohnerinnen und Bewohner auf 43 erhöht, und in den Ateliers sind zwölf zusätzliche Plätze für externe Klientinnen und Klienten geschaffen worden.
1999 hat die Wohngruppe Stöckli für Bewohnerinnen und Bewohner mit grösserer Selbständigkeit ihre Tür geöffnet.
2007 sind die Bewohnerinnen und Bewohner der Wohngruppe Stöckli in das ehemalige Mitarbeiterhaus in der Kesslergasse umgezogen. Im Stöckli ist danach eine Wohngruppe für Menschen mit komplexen Beeinträchtigungen eingerichtet worden.
2008 ist der Mühlebach nach mehreren Überschwemmungen renaturiert worden.
2014 haben wir die Eröffnung der Aussenwohngruppe Brüttelen im Dorfzentrum gefeiert.
2016 sind die zweite Aussenwohngruppe in Brüttelen und die neue Aussenwohngruppe in Ins eröffnet worden. Inzwischen gibt es 50 Wohnplätze in den Wohngruppen der Stiftung Brüttelenbad.
Seit 2016 ist die Stiftung Brüttelenbad eine Pilot-Institution im neuen «Berner Modell». Dieses Modell ermöglicht Menschen mit Beeinträchtigungen eine freiere Gestaltung ihres Lebens. Um dieses Ziel zu erreichen, können sich unsere Klientinnen und Klienten mit Hilfe des Abklärungsinstruments VIBEL einstufen lassen.